(1945-D-sw) Ich kämpfe um Dich- Psychofilm
 
Handlung des Films Ingrid Bergman (1945) Dr. Murchison, der langjährige Leiter von Green Manors, einem Heim für Geisteskranke in Vermont, soll nach einem Nervenzusammenbruch in den Ruhestand gehen. Er wird in seiner Funktion von Dr. Anthony Edwardes abgelöst, einem renommierten Psychiater und Autor. Kaum ist der für seine berufliche Position überraschend junge Edwardes angekommen, fühlt er sich von der schönen, aber distanzierten Psychologin Dr. Constance Petersen angezogen. Doch schon bald fällt Edwardes durch sein sonderbares Verhalten in bestimmten Situationen auf. Es häufen sich die Anzeichen, dass der vorgebliche Dr. Edwardes in Wirklichkeit ein paranoider, an Gedächtnisverlust leidender Betrüger ist. Dr. Petersen durchschaut dies als Erste, dennoch verliebt sie sich in ihn. Der falsche Edwardes gesteht ihr, dass er glaubt, den echten Edwardes umgebracht und zur Bewältigung des Schuldtraumas dessen Identität übernommen zu haben. Aufgrund seiner Amnesie kann er sich aber an seine wahre Identität nicht erinnern. Als die anderen Ärzte den falschen Edwardes entlarven können, setzt er sich nach New York ab. Er hinterlässt jedoch einen Brief mit seiner Adresse an Constance, die immer noch zu ihm hält. Sie reist nach New York, um dem falschen Edwardes zu helfen. Auch will sie feststellen, was mit dem wirklichen Dr. Edwardes geschehen ist, der seit seinem Aufbruch zu einer Skireise verschwunden ist. Inzwischen wird der vermeintliche Hochstapler von der Polizei gesucht. Constance und der falsche Edwardes – unter dem Decknamen John Brown – reisen zusammen nach Rochester zu dem angesehenen Psychiater Dr. Brulov, Constances altem Lehrer und Mentor. Bei der Psychoanalyse eines Traumes von „Brown“ stellt sich heraus, dass dieser zusammen mit Edwardes beim Skilaufen war. Aufgrund von Hinweisen im Traum des falschen Edwardes können die Psychoanalytiker das Skigebiet identifizieren. Dr. Petersen und „Brown“ reisen ins Skigebiet in der Hoffnung, dass durch eine Wiederholung der Geschehnisse die blockierten Erinnerungen des Patienten zurückkehren könnten. Tatsächlich kehrt bei einer Skiabfahrt das Gedächtnis des falschen Edwardes zurück. Er erinnert sich an den Absturz von Dr. Edwardes und daran, dass sein wirklicher Name John Ballantyne ist. Weil er als Kind einst seinen Bruder versehentlich getötet hatte, litt er seitdem an einem Schuldkomplex. Außerdem hatte er einen traumatisierenden Einsatz als Militärarzt im Zweiten Weltkrieg. Deshalb war er Patient des echten Edwardes und hatte aufgrund seines Schuldkomplexes nach Edwardes’ Tod, für den er sich verantwortlich fühlte, die Identität des Psychiaters angenommen. Der angebliche Unfalltod im Skigebiet scheint aufgeklärt, doch als die Leiche von Dr. Edwardes geborgen wird, stellt sich heraus, dass dieser von hinten erschossen wurde. Daraufhin wird Ballantyne unter Mordverdacht verhaftet. Dr. Constance Petersen versucht sich für ihn einzusetzen, kehrt dann aber nach Green Manor zurück. Als der wiedereingesetzte Sanatoriumsleiter Dr. Murchison eine abschätzige Bemerkung über Edwardes fallen lässt, kommt Constance dem wahren Mörder auf die Schliche. In einer finalen Konfrontation gesteht Murchison ihr, dass er seinen designierten Nachfolger Edwardes aus Angst um seine Stellung getötet hat. Während Murchison sich erschießt, blicken Constance und John Ballantyne in eine gemeinsame Zukunft. Hintergründe Produzent David O. Selznick selbst wünschte, dass ein Großteil des Films auf seiner persönlichen Erfahrung mit der Psychotherapie basierte. Er brachte seine Therapeutin May Romm als Beraterin mit zum Set.[3] Als sie dort mit Hitchcock wegen der Frage, wie eine Therapie wirke, in einen Disput geriet, habe dieser gesagt: „Meine Liebe, es ist nur ein Film.“[2] Die Traumsequenz wurde von Salvador Dalí entworfen. Hitchcock begründete dies damit, dass Traumszenen in Spielfilmen stets mit waberndem Rauch dargestellt und leicht unscharf gefilmt würden, um sie neblig und verschwommen wirken zu lassen. Hitchcock hielt Träume stattdessen für sehr lebhaft und klar („vidid“).[3] Die Szene war zudem ursprünglich rund eine Minute länger angelegt. Sie enthielt noch eine Szene in einem Ballsaal mit herabhängenden Klavieren und unbeweglichen Figuren, die vorgeben, zu tanzen, gefolgt von dem vorgeblichen Dr. Edwardes alias John Ballantyne, der mit Dr. Petersen tanzt.[2] Daraufhin verwandelt sich Dr. Petersen in eine Statue und trägt dabei ein griechisches Gewand. Ein Pfeil durchbohrt auf unerklärliche Weise ihren Hals. Hitchcock hielt diesen Teil jedoch für zu grotesk für einen kommerziellen Hollywoodfilm, sodass er entfernt wurde.[3] Bemerkenswert ist, dass das eigentlich als Schwarzweißfilm geltende Werk für einen einzigen Augenblick dennoch farbig erscheint: In dem Moment, als Dr. Murchison Selbstmord begeht – er erschießt sich –, wird die Leinwand für Sekundenbruchteile blutrot.[3] In der Fernsehfassung ist dieser Effekt ebenfalls zu sehen. Der während der Ski-Szene auf John Ballantyne und Dr. Petersen fallende „Schnee“ bestand aus Cornflakes.[2] Hitchcock überredete Selznick, die Rechte an dem Roman für 40.000 US-Dollar zu kaufen.[2] Anders als bei anderen Adaptionen von Büchern (z. B. Rebecca oder Psycho) übernahm Hitchcock hier nur die Grundprämisse des zugrundeliegenden Romans (ein Geisteskranker nimmt die Identität eines anderen an). Ansonsten weicht der Film deutlich vom Roman ab. Hitchcock und Drehbuchautor Hecht haben sich dafür verschiedene psychiatrische Anstalten in der Gegend rund um New York angesehen, bevor das Drehbuch maßgeblich in einem New Yorker Hotelzimmer entstand.[3] Die Postproduktion des Films war bereits im Februar 1945 abgeschlossen. Eine Reihe kleinerer Änderungen auf Wunsch des Produzenten und mehrere Previews hatten dazu geführt, dass der Spielfilm erst im Oktober 1945 veröffentlicht wurde.[3]
 
Film Deutscher Titel Ich kämpfe um dich Originaltitel Spellbound Ich kaempfe um dich Logo 001.svg Produktionsland USA Originalsprache Englisch Erscheinungsjahr 1945 Länge 111 Minuten Altersfreigabe FSK 16[1] Stab Regie Alfred Hitchcock Drehbuch Angus MacPhail Ben Hecht Produktion David O. Selznick für Selznick International Musik Miklós Rózsa Audrey Granville Kamera George Barnes Schnitt William H. Ziegler Besetzung Ingrid Bergman: Dr. Constance Petersen Gregory Peck: John Ballantyne/„Dr. Anthony Edwardes“ Michael Chekhov: Dr. Alexander Brulov Leo G. Carroll: Dr. Murchison John Emery: Dr. Fleurot Rhonda Fleming: Mary Carmichael, Patientin Norman Lloyd: Garmes, Patient Bill Goodwin: Hoteldetektiv Wallace Ford: Betrunkener im Hotel Donald Curtis: Harry, Krankenpfleger Steven Geray: Dr. Graff Paul Harvey: Dr. Harnish Erskine Sanford: Dr. Galt Art Baker: Detective Lt. Cooley Regis Toomey: Detective Sgt. Gillespie Irving Bacon: Fahrkartenkontrolleur