(1945-GB)-Begegnung - Spielfilm
 
Handlung England im Jahr 1938: Laura Jesson ist verheiratet und hat zwei Kinder. Die Beziehung mit ihrem Ehemann Fred ist harmonisch, verläuft aber in leidenschaftslosen Bahnen. Sie ist eine ganz normale Hausfrau, die einmal in der Woche in die Stadt fährt, um dort einzukaufen und ins Kino zu gehen. Bei einer dieser allwöchentlichen Fahrten in die Stadt lernt sie im Warteraum des Bahnhofs den Arzt Alec kennen. Auch er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Beide beschließen, sich ab jetzt jede Woche am Bahnhof zu treffen. Bald haben beide ihre Probleme damit, dass diese Treffen sich nicht in eine Affäre verwandeln. Laura und Alec gehen in Cafés und ins Kino, immer in der Angst, von Bekannten gesehen zu werden. Nach mehreren Treffen gehen sie in die Wohnung, die einem Bekannten Alecs gehört. Doch sie werden von der unerwarteten Rückkehr des Bekannten gestört. Beide merken, dass ihre Beziehung keine Zukunft hat, wenn sie ihre Familien nicht zerstören wollen. Sie entschließen sich zur Trennung – um diese leichter zu machen, beschließt Alec, ein Arbeitsangebot in Johannesburg anzunehmen. Sie treffen sich ein letztes Mal am Bahnhof, um sich Lebewohl zu sagen. Doch sie werden wieder gestört, diesmal von Dolly, einer geschwätzigen Freundin von Laura. Laura und Alec haben keine Möglichkeit, sich voneinander zu verabschieden. Alecs Zug kommt an, und der Arzt verlässt das Bahnhofscafé, ohne einen Blick zurückzuwerfen. Als ein Schnellzug angekündigt wird, der im Bahnhof nicht hält, stürzt Laura auf den Bahnsteig. Sie hat mit dem Gedanken gespielt, sich umzubringen, doch dann kehrt sie wieder zurück zu ihrer Familie. Fred zeigt ihr, dass er ihre innere Zerrissenheit bemerkt hat und bedankt sich bei ihr, dass sie nach Hause gekommen ist. Produktionshintergrund Das dem Film zu Grunde liegende Bühnenstück von Noël Coward war ein Einakter, der etwa eine halbe Stunde dauerte, weshalb Regisseur David Lean die Handlung für den Spielfilm ausbauen ließ. Dabei ließ er beispielsweise die Handlung, im Gegensatz zum Bühnenstück, auch außerhalb des Bahnhofs spielen.[1] Der Produzent Anthony Havelock-Allan äußerte sich später, dass durch diese Erweiterungen die Wirkung des Filmes deutlich realistischer geworden sei, etwa in ihrem Eintauchen in das normale Kleinstadtleben.[2] Cowards Theaterstück war komplett chronologisch, doch für den Film entschied man sich für den Einbau einer Rückblende: Nach Meinung von Ronald Neame habe diese dafür gesorgt, dass die Zuschauer gleich in den ersten Szenen gepackt worden seien. Die besondere Situation zwischen den beiden Hauptfiguren sei in diesen erkennbar, aber werde nicht erklärt. Der Zuschauer bekomme Interesse, was zwischen ihnen vorgefallen sei.[3] Erst gegen Ende des Films, als die Szene noch einmal aus der Perspektive der Hauptfiguren geschildert wird, erklärt sich dem Zuschauer deren angespanntes Verhalten und die ganze emotionale Bedeutung der Szene. Coward und David Lean hatten zuvor bereits bei den Filmen In Which We Serve (1942), Wunderbare Zeiten (1944) und Geisterkomödie (1945) zusammengearbeitet. Der berühmte Bühnenautor Coward hatte den anfangs unbekannten Regisseur Lean bei dem Aufbau seiner Filmkarriere protegiert, Begegnung gilt dabei allgemein als Höhepunkt und Schlusspunkt der gemeinsamen Zusammenarbeit.[4] Celia Johnson hatte bereits zuvor in zwei der von Coward und Lean gemachten Filme mitgespielt, weshalb sie das Angebot für diese Rolle erhielt. Für Trevor Howard war Begegnung erst der dritte Kinofilm seiner Karriere und brachte dem erfahrenen Bühnendarsteller den Durchbruch als Filmschauspieler. Die Dreharbeiten fanden im Frühjahr 1945 statt. Um die Filmcrew vor möglichen Luftangriffen zu schützen, wurde als Hauptdrehort der Bahnhof von Carnforth in Lancashire gewählt, der abgelegen und daher ein unwahrscheinliches Angriffsziel war. Die Szenen im Warteraum des Bahnhofs entstanden in den Denham Film Studios in Buckinghamshire.[5] Immer wieder erklingen im Film Auszüge des 2. Klavierkonzerts von Sergei Rachmaninow, die von Eileen Joyce eingespielt wurden. Dies wurde von Coward veranlasst, der ansonsten wenig an der Produktion des Filmes beteiligt war, da er bei alliierten Truppen im Ausland auftrat. Er bezeichnete Rachmaninows Klavierkonzert als das einzige Musikstück, das er sich für die Geschichte vorstellen könne.[6] Das verwendete Thema aus dem 2. Klavierkonzert, das im Film als Hintergrundmusik zu hören ist, während die Hauptfigur Laura Jesson traurig und einsam durch die Nacht spaziert, wurde etwa 30 Jahre später als All by Myself eine berühmte Pop-Ballade.
 
Film Deutscher Titel Begegnung Originaltitel Brief Encounter Produktionsland Vereinigtes Königreich Originalsprache Englisch Erscheinungsjahr 1945 Länge 85 Minuten Altersfreigabe FSK 16 Stab Regie David Lean Drehbuch David Lean, Noël Coward, Anthony Havelock-Allan Produktion Noël Coward, Anthony Havelock-Allan, Ronald Neame Musik Sergei Rachmaninow Kamera Robert Krasker Schnitt Jack Harris Besetzung Celia Johnson: Laura Jesson Trevor Howard: Dr. Alec Harvey Stanley Holloway: Albert Godby, Schaffner Joyce Carey: Myrtle Bagot, Wirtin Cyril Raymond: Fred Jesson Margaret Barton: Beryl Walters, Kellnerin Everley Gregg: Dolly Messiter Marjorie Mars: Mary Norton Valentine Dyall: Stephen, Alecs Freund Sydney Bromley: Johnnie, Soldat Edward Hodge: Bill, Soldat Irene Handl: Cellistin/Orgelspielerin