(1923-D)-Hoffmanns Erzählungen - Spielfilm
 
Rahmenhandlung. Der Dichter E.T.A. Hoffmann und sein Begleiter Niklas kehren von weiten Reisen zurück und werden herzlich von den Gästen in Lutters Weinkeller am Berliner Gendarmenmarkt begrüßt, die ganz begierig sind, Hoffmanns Geschichten zu hören. Eine Stadt am Rhein. Hoffmann sieht auf einem Balkon eine wunderschöne Frau. Als sich der Bruder ihm entgegenstellt und seine Nachstellung verhindern will, wird er von Hoffmann im Duell getötet. Jetzt werden er und Niklas von der Polizei gesucht. Hoffmann flieht in das Geschäft des undurchsichtigen Optiker Coppelius. Der verkauft ihm eine Brille, durch die er die Welt rosiger sieht. Hoffmann gerät in das Geschäft des Puppenmachers Spalanzani. Die schöne Frau auf dem Balkon war das Vorbild für seine Puppe Olympia, für die Coppelius die Augen beigesteuert hatte. Er war dafür mit einem Wechsel auf den Geldverleiher Elias bezahlt worden. Hoffmann trifft mit der Brille auf der Nase in dem Geschäft auf die Puppe Olympia, vermeint die schöne Frau auf dem Balkon wiederzuerkennen und verliebt sich unsterblich in sie. Spalanzani will das Verfallensein von Hoffmann als Werbung für den Verkauf der Puppe ausnutzen. Viele Interessenten haben sich im Laden versammelt. Doch Hoffmann wehrt sie als Nebenbuhler ab. Da taucht Coppelius auf. Der Wechsel war faul. Elias ist längst bankrott. So reißt er Hoffmann die Brille von der Nase, der nun sieht, dass er ein Puppe in den Armen hält. Er lässt Olympia fallen, und sie zerbricht. Venedig. Ein mysteriöser Schatten ohne Menschen lädt Hoffmann in einen Palazzo am Piazza di Ponente ein. Schließlich folgt er der Einladung und wird von dem diabolischen Dapertutto begrüßt. Er veranlasst, dass Hoffmann sein Geld beim Glücksspiel verliert und führt ihn in das Gemach der berühmten Kurtisane Giulietta. Giulietta umgarnt ihn auch unter Zuhilfenahme von Rauchwerk. Hoffmann verliebt sich unsterblich. Als er am nächsten Tag zu Giulietta zurückkehrt, wird er vor der Tür ihres Boudoirs von Peter Schlemihl gewarnt, der schon seinen Schatten, also seine Seele, an Dapertutto durch die Verführung von Giulietta verloren hatte. Doch Hoffmann, liebestoll, sticht Schlemihl mit dessen Dolch nieder, weil er ihn aufhalten wollte. Giulietta drängt Hoffmann zur Flucht vor Dapertutto, als sie erfährt, dass er Schlemihl erstochen hat. Er solle aber sein Spiegelbild ihrer großen Liebe zu ihm wegen bei ihr lassen. Hoffmann flieht. Giulietta übergibt Dapertutto das Spiegelbild aber nicht, wie sie sollte, sondern behält es selbst. Heimat. Hoffmann ist niedergeschlagen ob seiner Seelenlosigkeit zurück. Er hört vor einer Kirche den bezaubernden Gesang von Antonia. Als sie ihn beim Verlassen der Kirche sieht, lädt sie ihn zu sich in die Wohnung ihrer Tante ein. Beide verlieben sich ineinander. Als Antonia bemerkt, dass er kein Spiegelbild mehr hat, fordert sie ihn auf, es sich wiederzuholen und das Böse zu besiegen. So reist Hoffmann wieder nach Venedig. Dort wird gerade Giuliettas Palazzo von einer über die Unzucht empörte Menge gestürmt. Hoffmann kann in dem Getümmel Giulietta finden und unter Androhung von Gewalt ihr sein Spiegelbild wieder entreißen. Dapertutto kann ihr nicht helfen. Hoffmann ist durch die Liebe eines keuschen Mädchens geschützt. Wieder daheim wendet sich Hoffmann der Musik zu und musiziert aus Trauer, denn Antonias Tante ist gestorben und Antonia verschwunden. Da besucht ihn der Geigenbauer Rat Crespel mit einer besonderen Geige. Sie klingt so zauberhaft wie der Gesang von Antonia. Er besucht Crespel, um diese Geige wieder zu hören. Doch er erhält nur Einlass durch die Hilfe des diabolischen Doktors Mirakel, der es auf Antonia und ihren Vater abgesehen hat. Durch das Spiel auf der Geige lockt Hoffmann Antonia hervor, die ihr Vater Crespel vor der Welt versteckt hält. Der um die Gesundheit von Antonia besorgte Vater schickt Hoffmann weg. Doch er selbst wird von Mirakels Teufelsgeige abgelenkt und zu ihm gelockt. Mirakel redet Crespel ein, dass Hoffmann, seine Tochter entführen und zum Gesang bringen will. Das ist Crespels Angst. Auch Antonias Mutter war eine begnadete Sängerin und beim Singen gestorben. Währenddessen versichern sich Antonia und Hoffmann ihrer gegenseitigen Liebe, wo ja Hoffmann seine Seele zurück hat. Tatsächlich überredet Hoffmann Antonia zum Gesang, die Zusammenhänge nicht kennend. Dass Antonia singt, bestätigt für Crespel Mirakels Aussage. Er weist ihn aus dem Haus. Nachts holt Hoffmann Antonia von zu Hause ab. Mirakel erzeugt beim Vater einen Alptraum, in dem er sieht, was er fürchtete: Hoffmann hat Antonia zum Singen animiert und sie singt sich zu Tode. Nun ist er überzeugt, dass sie tot sei. Als Hoffmann am nächsten Morgen kommt, um bei ihm um die Hand seiner Tochter anzuhalten, verzeiht Crespel Hoffmann, dass er vermeintlich seine Tochter zum Singen animiert hatte. Er liebe sie ja und wisse nichts. Doch Hoffmann nimmt die Geige, die wie der Gesang Antonias klingt, und spielt. Da kommt Antonia von draußen, sie war ja über Nacht mit Hoffmann zusammen. Sie bitten Crespel um Verzeihung und um den Segen zu ihrer Ehe. Der diabolische Mirakel ist von der Liebe besiegt, so sehr er auch auf seiner Teufelsgeige spielt. Zuletzt wirft er sie weg und sie zerspringt. Rahmenhandlung (dieser Endteil des Filmes ist verloren - so wird das nur im Abspanntext erzählt.) Hoffmann in Lutters Weinkeller in Berlin wird nur von den Zuhörern gefragt, ob er also jetzt glücklich verheiratet sei. Hoffmann sagt, dass das, was er erzählte, doch nur Geschichten seien.
 
Originaltitel Hoffmanns Erzählungen Produktionsland Österreich Originalsprache Stummfilm - Deutsch Erscheinungsjahr 1923 Länge 79 Minuten Stab Regie Max Neufeld Drehbuch Josef B. Malina Produktion Max Neufeld für Vita Filmindustrie AG Wien Musik Alexander Kuchinka (2008) Johannes Kalitzke (2021) Kamera Gaston Grincault Josef Besci Besetzung Max Neufeld: E.T.A. Hoffmann Dagny Servaes: Giulietta Kitty Hulsch: Olympia Josef Zetenius: Narr Karl Ehmann: Puppenhändler Viktor Franz: Trödler Paul Askonas: Dr. Mirakel Karl Forest: Rat Crespel Lola Kneidinger: Antonia, seine Tochter Eugen Neufeld: Dapertutto Robert Valberg: Schlemihl Friedrich Feher: Hans Moser: Synchronisation Stummfilm mit deutschen Untertiteln