(1941-SW)-Romeo und Julia auf dem Dorfe - Spielfilm
 
Handlung Die Handlung spielt in der ländlichen Schweiz beim fiktiven Ort Seldwyla. Seit frühester Kindheit sind Vreneli Marti und Sali Manz miteinander befreundet und verbringen oft ihre Freizeit mit gemeinsamen Spielen. Mit zunehmendem Alter passt dies aber ihren Vätern ganz und gar nicht, liegen der alte Marti und der alte Manz doch heftig über Kreuz, weil sich beide bezüglich eines an ihre Grundstücke grenzenden Feldes, dessen Besitzer verstorben ist, streiten. Nur dessen unehelicher Sohn, der von allen stets „der schwarze Geiger“ genannt wird, hätte ein Besitzrecht geltend machen können, doch wurde er von den beiden rabiaten Bauern Manz und Marti mit Steinwürfen aus der Gegend verjagt. Schliesslich wird das brachliegende Feld öffentlich versteigert, und Albert Manz kann es schliesslich erwerben. Da zu diesem Land auch ein Zipfelchen Erde gehört, dass sich Marti bereits (widerrechtlich) angeeignet hat, wird die Parzelle unter Zwangsverwaltung gestellt. Es kommt zu einem langen Rechtsstreit, denn keiner der beiden alten Streithähne will nachgeben. Die einstige, düstere Voraussagung des „schwarzen Geigers“ soll sich bald bewahrheiten: der jahrelange Prozess ruiniert schliesslich die beiden Kontrahenten. Frau Marti liegt im Sterben, und die beiden Kinder Vreneli und Sali wurden durch den Dauerzwist für lange Zeit getrennt. Erst als beide erwachsen sind, sehen sie sich wieder. Vreneli ist zu einer anmutigen Frau gereift, die von Sali, nunmehr verschämt aus der Ferne, angehimmelt wird. Das Unglück des Streits zwischen den Familien hat dazu geführt, dass Salis Eltern ihren Hof aufgeben müssen und in die Stadt ziehen, wo sie eine ziemlich abgerissene und in schlechtem Ruf stehende Gastwirtschaft übernehmen. Erst beim gemeinsamen Fischen im Fluss kommt es zu einer direkten Begegnung zwischen Sali und Vreneli und beider Väter, die sich noch immer spinnefeind sind. Sofort beginnen sich die beiden Alten zu prügeln, und beider Nachkommen haben grosse Mühe, die Streithähne zu trennen. Ein zarter Blick, eine flüchtige Berührung, und Vreneli und Sali spüren augenblicklich, dass nicht nur die alten Gefühle wieder da sind, sondern dass diese sich sogar im Lauf der Jahre verstärkt haben. Als am darauf folgenden Tag der alte Marti nicht anwesend ist, nutzt Sali die Gunst der Stunde, um mit „seiner“ Vreneli allein sprechen zu können. In einem Kornfeld gestehen sie einander ihre Liebe. Doch dabei werden sie von Marti überrascht, der seine Tochter im höchsten Zorn wegen dieses Treffens schlägt. Sali greift ein und schlägt wiederum Marti mit einem Steinhieb am Kopf nieder. Die Verletzung ist derart schwer, dass Marti seitdem nicht mehr ganz bei Sinnen ist und Vreneli nunmehr den väterliche Hof veräussern muss. Sali beschliesst: jetzt oder nie, und er verlässt mit ein wenig Erspartem in der Tasche die Kaschemme seine Eltern. Ehe man sich endgültig trennen will, da man keine gemeinsame Zukunft miteinander sieht, wollen Vreneli und Sali miteinander einen gemeinsamen Tag voll ausgelassener Freude verbringen. Dieser wunderschöne Tag klingt aus mit einem Tanz im „Paradiesgärtli“, einem Ausflugslokal für arme Leute. Der aufspielende Geiger macht sich einen Spass daraus, ein Scheinhochzeitsfest zu veranstalten, mit Sali und Vreneli als das getraute Paar. Dieses Spiel, das romantisch im Mondschein endet, zeigt den beiden Liebenden in den Morgenstunden, dass sie in Wahrheit nie ohneeinander werden leben können. Das Rauschen des Flusses lockt sie an, und sie begeben sich auf einen kleinen Heu-Kahn und werden von der Strömung abgetrieben. Nahende Nebelschwaden signalisieren zugleich ein tödliches Ende. Einige Zeit später wird das Boot leer aufgefunden.
 
Film Originaltitel Romeo und Julia auf dem Dorfe Produktionsland Schweiz Originalsprache Schwyzerdütsch Erscheinungsjahr 1941 Länge 103 Minuten Stab Regie Hans Trommer Valérien Schmidely Drehbuch Hans Trommer Horst Budjuhn (ungenannt) Produktion Conrad Arthur Schlaepfer für Pro-Film, Zürich Musik Jack Trommer Kamera Ady Lumpert Schnitt Irene Widmer, Käthe Mey Besetzung Margrit Winter: Vreneli Marti Erwin Kohlund: Sali Manz Johannes Steiner: Albert Manz Emil Gyr: der alte Marti Emil Gerber: der schwarze Geiger Walburga Gmür: Frau Manz Anni Dürig: Frau Marti Ella Kottusch: Elise Dorli Zäch: Vreneli als Kind Richard Schuhmacher: Sali als Kind Ursula von Wiese: Emmi, Kellnerin Fred Lucca: Vagabund Louis Mattlé: Anwalt Hans Fehrmann: Bezirksvertreter Max Röthlisberger: Salis Freund